Jedes Jahr im Mai ziehen Paprikapflanzen ins Freiland oder ins Gewächshaus um. Viele Hobbygärtner möchten den Pflanzen sofort etwas Gutes tun und greifen direkt zum Dünger. Doch genau das ist häufig der größte Fehler.
Nach dem Auspflanzen brauchen Paprika zunächst Zeit, um neue Wurzeln zu bilden und sich an den neuen Standort zu gewöhnen. Erst wenn sie wieder aktiv wachsen, lohnt sich die erste Düngung.
Geben Sie den Pflanzen Zeit
In den ersten Tagen nach dem Auspflanzen konzentriert sich die Paprika darauf, ihr Wurzelsystem zu entwickeln. Während dieser Phase reichen regelmäßiges Gießen und ein sonniger Standort meist völlig aus.
Erst nach etwa 10 bis 14 Tagen, wenn neue Blätter erscheinen und die Pflanzen sichtbar weiterwachsen, beginnt der richtige Zeitpunkt für die erste Nährstoffgabe.
Natürliche Möglichkeiten zur Düngung
Viele Gärtner setzen auf bewährte Hausmittel, die den Pflanzen zusätzliche Nährstoffe liefern können.
Brennnesseljauche
Brennnesseln enthalten unter anderem Stickstoff und verschiedene Mineralstoffe.
- Einen Eimer zu etwa einem Drittel mit frischen Brennnesseln füllen.
- Mit Wasser aufgießen.
- 5 bis 7 Tage gären lassen.
- Vor der Anwendung 1 Liter Jauche mit 10 Litern Wasser verdünnen.
Holzasche
Holzasche liefert vor allem Kalium und Calcium. Sie kann sparsam auf feuchtem Boden ausgebracht oder als leichter Auszug verwendet werden. Verwenden Sie ausschließlich Asche von unbehandeltem Holz und nicht in zu großen Mengen.
Milch und Jod
Manche Hobbygärtner verwenden verdünnte Milch mit wenigen Tropfen Jod als Blattbehandlung. Dafür gibt es unterschiedliche Erfahrungsberichte. Achten Sie darauf, solche Mischungen nur sparsam einzusetzen und sie nicht als Ersatz für eine ausgewogene Düngung zu betrachten.
Hefe
Hefelösungen werden häufig als Hausmittel empfohlen. Sie können das Bodenleben vorübergehend anregen, ersetzen jedoch keine regelmäßige Versorgung mit den notwendigen Nährstoffen.
Gleichmäßig gießen
Paprika mögen gleichmäßig feuchte Erde, vertragen aber keine Staunässe. Gießen Sie möglichst morgens oder abends direkt im Wurzelbereich.
Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hilft dabei, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten und die Wurzeln vor starker Hitze zu schützen.
Weniger ist oft mehr
Zu viel Dünger führt häufig dazu, dass Paprika zwar viele Blätter bildet, aber weniger Blüten und Früchte entwickelt. Deshalb ist eine ausgewogene und maßvolle Düngung meist erfolgreicher als häufiges Nachdüngen.
Mit etwas Geduld, der richtigen Bewässerung und einer ausgewogenen Nährstoffversorgung entwickeln sich kräftige Pflanzen, die den ganzen Sommer über gesunde und aromatische Paprika hervorbringen.