Eine besonders große Tomatenernte ist kein Zufall. Entscheidend sind eine kräftige Wurzelbildung, regelmäßige Nährstoffversorgung, richtiges Ausgeizen und eine gleichmäßige Bewässerung.
Unter günstigen Bedingungen können besonders stark wachsende Stabtomaten eine Höhe von zwei bis drei Metern erreichen und bis zum ersten Frost neue Früchte bilden. Wie hoch der tatsächliche Ertrag ausfällt, hängt allerdings von der Sorte, dem Wetter, dem Standort und der Anzahl der Pflanzen ab.
Mit dieser einfachen Pflegeroutine bleiben die Tomaten lange gesund, wachsen kräftig und tragen über viele Wochen hinweg.
Die richtige Sorte auswählen
Für eine lange Erntezeit eignen sich vor allem sogenannte indeterminierte oder unbegrenzt wachsende Tomatensorten. Diese Pflanzen stellen ihr Wachstum nach der Bildung einiger Fruchtstände nicht ein, sondern entwickeln immer weiter neue Blätter, Blüten und Früchte.
Beliebte Sortengruppen sind:
- Stabtomaten;
- Cocktailtomaten;
- Cherrytomaten;
- kräftig wachsende Fleischtomaten;
- bestimmte alte oder regionale Sorten.
Buschtomaten bleiben dagegen kompakter und tragen ihre Früchte meist in einem kürzeren Zeitraum.
Tief pflanzen für kräftige Wurzeln
Tomaten können entlang ihres Stängels zusätzliche Wurzeln bilden. Deshalb setze ich die Jungpflanzen etwas tiefer in die Erde, als sie zuvor im Topf standen.
Ist der Stängel bereits lang, kann die Pflanze leicht schräg eingesetzt werden. Der untere Teil des Stängels wird dabei mit Erde bedeckt.
Ein größeres Wurzelsystem versorgt die Pflanze besser mit Wasser und Nährstoffen. Dadurch wächst sie kräftiger und übersteht kurze Trockenperioden leichter.
Stabil abstützen
Tomatenpflanzen, die mehrere Meter hoch werden, brauchen von Anfang an eine stabile Rankhilfe. Dünne Stäbe reichen für große Pflanzen oft nicht aus.
Geeignet sind:
- stabile Holz- oder Metallpfähle;
- Schnüre, die an einem Gewächshausdach befestigt werden;
- robuste Rankgitter;
- spezielle Tomatenspaliere.
Die Triebe werden locker angebunden. Verwenden Sie weiches Material, das nicht in den Stängel einschneidet.
Kontrollieren Sie die Befestigungen regelmäßig, denn die Stängel werden während der Saison deutlich dicker.
Geiztriebe regelmäßig entfernen
In den Blattachseln von Stabtomaten entstehen neue Seitentriebe, die sogenannten Geiztriebe. Werden sie nicht entfernt, entwickelt sich die Pflanze sehr dicht und verbraucht viel Energie für Blätter und zusätzliche Triebe.
Ich kontrolliere die Tomaten mindestens einmal pro Woche und breche kleine Geiztriebe vorsichtig mit den Fingern aus.
Am besten werden sie entfernt, solange sie nur wenige Zentimeter lang sind. Große Triebe hinterlassen stärkere Wunden und sollten mit einer sauberen Schere abgeschnitten werden.
Bei sehr kräftigen Sorten können bewusst zwei Haupttriebe stehen gelassen werden. Dann brauchen die Pflanzen aber mehr Platz, Wasser und Nährstoffe.
Die unteren Blätter entfernen
Sobald die ersten Früchte größer werden, entferne ich nach und nach die unteren Blätter, die den Boden berühren oder bereits gelb werden.
Das verbessert die Luftzirkulation und reduziert das Risiko, dass Pilzsporen durch Spritzwasser vom Boden auf die Blätter gelangen.
Entfernen Sie jedoch nicht zu viele Blätter auf einmal. Die Pflanze braucht ausreichend Blattmasse für die Photosynthese und die Versorgung der Früchte.
Pro Woche sollten höchstens zwei bis drei gesunde Blätter entfernt werden.
Gleichmäßig und tief gießen
Tomaten reagieren empfindlich auf unregelmäßige Wasserversorgung. Wenn die Erde erst stark austrocknet und danach plötzlich sehr nass wird, können die Früchte aufplatzen.
Gießen Sie deshalb lieber seltener, aber gründlich. Das Wasser sollte tief in den Boden eindringen und nicht nur die Oberfläche befeuchten.
Wichtige Regeln:
- direkt an den Wurzelbereich gießen;
- Blätter möglichst trocken halten;
- morgens oder am frühen Abend bewässern;
- lauwarmes Wasser verwenden;
- Staunässe vermeiden.
Bei Hitze benötigen große, fruchttragende Tomaten deutlich mehr Wasser als junge Pflanzen.
Mulch schützt vor dem Austrocknen
Eine Mulchschicht hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und starke Temperaturschwankungen zu vermeiden.
Geeignet sind beispielsweise:
- leicht angetrockneter Rasenschnitt;
- Stroh;
- gehäckselte Pflanzenreste;
- Kompost;
- trockene Blätter.
Der Mulch sollte nicht direkt am Stängel anliegen. Lassen Sie einige Zentimeter Abstand, damit der Pflanzenansatz trocken bleibt.
Richtig düngen
Zu Beginn der Saison brauchen Tomaten Stickstoff für die Entwicklung von Blättern und Trieben. Später, während der Blüte und Fruchtbildung, steigt der Bedarf an Kalium und anderen Nährstoffen.
Ein Überschuss an Stickstoff führt zu kräftigem Blattwachstum, aber oft zu weniger Blüten und Früchten.
Ich verwende deshalb während der Fruchtbildung einen ausgewogenen Tomatendünger mit erhöhtem Kaliumanteil. Gedüngt wird nach Herstellerangabe und niemals auf völlig trockener Erde.
Auch reifer Kompost kann die Pflanzen gut versorgen. Stark konzentrierte Hausmittel sollten dagegen nur vorsichtig verwendet werden.
Die Blütenbildung unterstützen
Tomatenblüten werden überwiegend durch Bewegung und Wind bestäubt. Im Gewächshaus kann die Luft jedoch still stehen.
Dort hilft es, die Pflanzenschnüre oder Blütenstände während der Mittagszeit vorsichtig zu bewegen. Dadurch kann sich der Pollen besser verteilen.
Regelmäßiges Lüften ist ebenfalls wichtig. Eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit erschwert die Bestäubung und fördert Pilzkrankheiten.
Tomaten vor Krankheiten schützen
Damit die Pflanzen bis zum Herbst tragen, müssen die Blätter möglichst lange gesund bleiben.
Dazu gehören:
- ausreichend große Pflanzabstände;
- gute Luftzirkulation;
- trockenes Laub;
- saubere Gartengeräte;
- regelmäßige Kontrolle der Blätter;
- sofortiges Entfernen kranker Pflanzenteile.
Braune oder schwarze Flecken, gelbe Blätter und faulende Stellen sollten nicht ignoriert werden. Je früher ein Problem erkannt wird, desto leichter lässt es sich eindämmen.
Kranke Blätter gehören nicht auf den offenen Kompost.
Die Triebspitze rechtzeitig kürzen
Etwa vier bis sechs Wochen vor dem erwarteten ersten Frost kappe ich die Spitze der Haupttriebe.
Oberhalb des letzten gut entwickelten Fruchtstandes bleiben noch ein bis zwei Blätter stehen. Danach wird die Triebspitze entfernt.
Die Pflanze bildet dann weniger neue Blüten und kann ihre Energie stärker in die bereits vorhandenen Tomaten lenken. Dadurch haben mehr Früchte die Chance, noch vor dem Frost auszureifen.
Grüne Tomaten nachreifen lassen
Vor dem ersten starken Frost sollten auch größere grüne Früchte geerntet werden. Gesunde und unbeschädigte Tomaten können im Haus nachreifen.
Legen Sie sie in einer einzelnen Schicht in eine flache Kiste. Ein reifer Apfel oder eine Banane kann die Reifung beschleunigen, da diese Früchte Ethylen abgeben.
Kontrollieren Sie die Tomaten regelmäßig und entfernen Sie sofort alle weichen oder beschädigten Exemplare.
Der wichtigste Punkt: regelmäßig pflegen
Eine große Tomatenernte entsteht nicht durch ein einziges Wundermittel. Entscheidend ist die Kombination aus:
- einer geeigneten Sorte;
- kräftigen Wurzeln;
- regelmäßigem Ausgeizen;
- stabilen Rankhilfen;
- gleichmäßiger Bewässerung;
- ausgewogener Düngung;
- Schutz vor Krankheiten;
- rechtzeitigem Entspitzen.
🍅 Mit konsequenter Pflege können Tomatenpflanzen bis in den Herbst hinein wachsen und immer neue Früchte bilden. Besonders bei Stabtomaten ist so eine lange und reiche Ernte möglich.
Wie hoch sind Ihre Tomaten in diesem Jahr geworden? Schreiben Sie es in die Kommentare.