Orchideen: Mit dieser Methode fördern Sie eine neue Blüte

Orchideen können über viele Monate wunderschön blühen. Doch sobald die letzten Blüten abgefallen sind, wissen viele Pflanzenliebhaber nicht, was sie mit dem kahlen Blütenstiel anfangen sollen. Manche schneiden ihn sofort vollständig ab, andere lassen ihn einfach stehen und warten.

Mit der richtigen Pflege kann eine gesunde Orchidee nach ihrer Ruhephase jedoch erneut einen Blütentrieb bilden. Entscheidend sind dabei der richtige Rückschnitt, ausreichend Licht, eine angepasste Bewässerung und ein leichter Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht.

Was nach der Blüte zu tun ist

Wenn die letzte Blüte abgefallen ist, untersuchen Sie zunächst den Blütenstiel.

Ist er noch grün und fest, kann er weiterhin lebendig sein. In diesem Fall haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Sie lassen ihn vollständig stehen und warten, ob sich an einem schlafenden Auge ein Seitentrieb bildet.
  • Sie kürzen ihn etwa einen Zentimeter oberhalb des zweiten oder dritten sichtbaren Auges von unten.

Ein Auge erkennen Sie als kleine Verdickung am Blütenstiel. Daraus kann sich unter günstigen Bedingungen ein neuer Seitentrieb entwickeln.

Ist der Blütenstiel dagegen vollständig gelb, braun und trocken, sollte er nahe seiner Basis abgeschnitten werden. Ein abgestorbener Stiel wird keine neuen Blüten mehr bilden.

Verwenden Sie immer eine saubere und scharfe Schere. So vermeiden Sie Quetschungen und das Einschleppen von Krankheitserregern.

Der wichtigste Impuls für einen neuen Blütentrieb

Bei vielen Phalaenopsis-Orchideen kann ein leichter Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht die Bildung eines neuen Blütentriebs fördern.

Stellen Sie die Orchidee für zwei bis vier Wochen an einen hellen Ort, an dem es nachts etwas kühler ist als am Tag. Ein Unterschied von ungefähr 4 bis 6 °C reicht oft aus.

Ideal sind beispielsweise:

  • tagsüber etwa 21 bis 24 °C;
  • nachts etwa 16 bis 19 °C.

Die Pflanze darf dabei nicht frieren und sollte keiner kalten Zugluft ausgesetzt sein. Temperaturen deutlich unter 15 °C sind für viele Phalaenopsis-Arten ungeeignet.

Ausreichend Licht, aber keine pralle Sonne

Ohne genügend Licht bildet eine Orchidee oft neue Blätter, aber keinen Blütentrieb.

Der beste Standort ist hell und vor direkter Mittagssonne geschützt. Gut geeignet sind Ost- oder Westfenster. An einem Südfenster sollte die Pflanze hinter einer leichten Gardine stehen.

Zu wenig Licht erkennen Sie häufig an sehr dunkelgrünen Blättern und einem langsamen Wachstum. Gesunde Phalaenopsis-Blätter sind meist mittelgrün.

Im Winter kann eine Pflanzenlampe hilfreich sein, besonders wenn die Orchidee weit vom Fenster entfernt steht.

Richtig gießen während der Ruhephase

Nach der Blüte benötigt die Orchidee meist etwas weniger Wasser als während des aktiven Wachstums.

Gießen Sie erst, wenn:

  • die Wurzeln im transparenten Topf silbrig erscheinen;
  • das Substrat weitgehend trocken ist;
  • der Topf deutlich leichter geworden ist.

Am besten stellen Sie den Topf für etwa 10 bis 15 Minuten in lauwarmes, weiches Wasser. Anschließend muss das Wasser vollständig ablaufen.

Lassen Sie die Orchidee niemals dauerhaft im Wasser stehen. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule und schwächt die Pflanze so stark, dass sie keine neue Blüte bilden kann.

Achten Sie außerdem darauf, dass kein Wasser im Herzen der Blattrosette bleibt.

Maßvoll düngen

Während die Orchidee neue Wurzeln und Blätter entwickelt, kann sie alle zwei bis vier Wochen schwach gedüngt werden.

Verwenden Sie einen speziellen Orchideendünger und höchstens die Hälfte der empfohlenen Konzentration. Orchideen reagieren empfindlich auf zu viele Düngesalze.

Düngen Sie nur bei gesunden, aktiven Wurzeln. Eine geschwächte Pflanze mit faulen Wurzeln sollte zunächst nicht zusätzlich belastet werden.

Einmal im Monat kann das Substrat mit klarem Wasser durchgespült werden, damit sich keine Salzreste ansammeln.

Woran erkennt man einen neuen Blütentrieb?

Ein neuer Blütentrieb erscheint meist zwischen den Blättern am unteren Stamm.

Am Anfang kann er leicht mit einer neuen Wurzel verwechselt werden. Es gibt jedoch einige Unterschiede:

  • Eine neue Wurzel hat meist eine rundliche, glatte Spitze.
  • Ein Blütentrieb wirkt flacher und besitzt oft eine kleine, handschuhartige Spitze.
  • Der Blütentrieb wächst meist nach oben oder seitlich in Richtung Licht.
  • Wurzeln wachsen häufig nach unten oder aus dem Topf heraus.

Sobald der Trieb länger wird, können Sie ihn vorsichtig an einem Stützstab befestigen. Verwenden Sie weiche Klammern und biegen Sie ihn nicht gewaltsam.

Die Orchidee nicht ständig umstellen

Orchideen gewöhnen sich an ihren Standort. Häufiges Drehen und Umstellen kann die Bildung von Knospen verzögern oder dazu führen, dass bereits entstandene Knospen abfallen.

Sobald ein neuer Blütentrieb sichtbar ist, sollte die Pflanze möglichst ruhig stehen bleiben.

Markieren Sie bei Bedarf die dem Fenster zugewandte Seite des Topfes. So können Sie die Orchidee nach dem Gießen wieder in dieselbe Position stellen.

Ist ein Umtopfen notwendig?

Nach der Blüte ist ein guter Zeitpunkt zum Umtopfen, wenn:

  • das Substrat stark zerfallen ist;
  • die Wurzeln den Topf vollständig ausfüllen;
  • die Rinde unangenehm riecht;
  • sich viele abgestorbene oder faule Wurzeln zeigen;
  • der Topf keine ausreichenden Abzugslöcher besitzt.

Verwenden Sie einen transparenten Orchideentopf und grobe Pinienrinde. Gewöhnliche Blumenerde ist ungeeignet, weil sie zu dicht ist und zu lange feucht bleibt.

Wählen Sie den neuen Topf nur wenig größer als den alten. Ein zu großer Topf trocknet langsam und erhöht das Risiko von Wurzelfäule.

Typische Fehler, die eine neue Blüte verhindern

Diese Pflegefehler führen besonders häufig dazu, dass Orchideen lange nicht mehr blühen:

  • zu wenig Licht;
  • dauerhaft nasses Substrat;
  • starke Überdüngung;
  • ein zu großer Topf;
  • fehlender Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht;
  • beschädigte oder faule Wurzeln;
  • häufiges Umstellen;
  • kalte Zugluft;
  • Wasser im Pflanzenherz.

Auch Geduld ist wichtig. Manche Orchideen bilden schon nach wenigen Wochen einen neuen Trieb, andere benötigen mehrere Monate.

Kann man eine Blüte erzwingen?

Eine Blüte lässt sich nicht zuverlässig erzwingen. Die Pflanze muss gesund sein und über genügend Energiereserven verfügen.

Wenn die Orchidee gerade ein neues Blatt oder viele neue Wurzeln bildet, befindet sie sich in einer aktiven Wachstumsphase. Erst danach kann ein neuer Blütentrieb erscheinen.

Starke Hausmittel, konzentrierte Dünger oder häufiges Gießen beschleunigen diesen Prozess nicht. Sie können die Orchidee vielmehr schädigen.

🌸 Ein grüner Blütenstiel, helles indirektes Licht, mäßiges Gießen und ein leichter Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht schaffen die besten Voraussetzungen für eine neue Orchideenblüte. Mit etwas Geduld kann die Pflanze erneut zahlreiche Knospen entwickeln und viele Wochen lang blühen.

Leave a Comment