Orchideen gehören zu den schönsten Zimmerpflanzen, doch nach der ersten Blüte wirken sie häufig lange Zeit unscheinbar. Die Blüten fallen ab, der Blütentrieb vertrocknet teilweise und viele Pflanzenbesitzer fragen sich, wie sie ihre Orchidee erneut zum Blühen bringen können.
Im Internet werden oft verschiedene Hausmittel empfohlen. Besonders beliebt ist eine milde Lösung mit Reiswasser, die Orchideen in kleinen Mengen mit Nährstoffen versorgen kann. Ein Teelöffel davon reicht jedoch nur als Ergänzung – entscheidend bleiben Licht, Temperatur, richtiges Gießen und gesunde Wurzeln.
Warum Reiswasser verwendet wird
Beim Waschen oder Einweichen von Reis gelangen geringe Mengen Stärke und Mineralstoffe ins Wasser. Dieses Wasser kann in stark verdünnter Form gelegentlich für Zimmerpflanzen verwendet werden.
Es ist jedoch kein Wundermittel und ersetzt keinen ausgewogenen Orchideendünger. Wird es zu häufig oder zu konzentriert eingesetzt, können sich organische Rückstände im Substrat ablagern und Schimmel, unangenehme Gerüche oder kleine Fliegen begünstigen.
So bereiten Sie die Lösung richtig zu
Für eine milde Pflege können Sie ungekochtes Reiswasser verwenden.
Sie benötigen:
- 1 Esslöffel ungekochten Reis;
- etwa 500 ml sauberes Wasser;
- einen kleinen Behälter;
- einen Teelöffel zum Dosieren.
Geben Sie den Reis in das Wasser und rühren Sie ihn einige Male um. Lassen Sie die Mischung ungefähr 20 bis 30 Minuten stehen.
Danach wird das Wasser durch ein feines Sieb abgegossen. Es sollte nur leicht trüb sein und darf nicht mehrere Tage lang gären.
So wird die Orchidee damit versorgt
Geben Sie einen Teelöffel des vorbereiteten Reiswassers in ungefähr 200 bis 250 ml normales Gießwasser.
Mit dieser stark verdünnten Lösung können Sie die Orchidee während der Wachstumsperiode gelegentlich gießen. Verwenden Sie sie höchstens alle drei bis vier Wochen.
Die Lösung sollte niemals direkt in das Herz der Blattrosette gegossen werden. Dort stehendes Wasser kann Fäulnis verursachen.
Am besten stellen Sie den Orchideentopf für einige Minuten in die verdünnte Flüssigkeit und lassen ihn anschließend vollständig abtropfen.
Das ist für die Blüte viel wichtiger
Eine Orchidee beginnt nicht allein wegen eines Teelöffels Hausmittel zu blühen. Für die Bildung eines neuen Blütentriebs müssen mehrere Bedingungen stimmen.
Ausreichend Licht
Orchideen benötigen einen hellen Standort mit indirektem Licht. Ein Ost- oder Westfenster ist für viele Phalaenopsis-Orchideen ideal.
An einem zu dunklen Platz wachsen oft nur Blätter und Wurzeln, während ein neuer Blütentrieb ausbleibt. Intensive Mittagssonne kann dagegen Verbrennungen verursachen.
Ein leichter Temperaturunterschied
Ein Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperatur kann die Bildung eines neuen Blütentriebs fördern.
Tagsüber fühlen sich viele Orchideen bei etwa 20 bis 24 Grad Celsius wohl. Nachts darf es einige Grad kühler sein. Stellen Sie die Pflanze jedoch nicht in kalte Zugluft.
Richtiges Gießen
Orchideen sollten erst gegossen werden, wenn das Substrat weitgehend abgetrocknet ist und die sichtbaren Wurzeln silbrig erscheinen.
Grüne Wurzeln zeigen häufig an, dass noch ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.
Dauerhaft nasse Rinde führt schnell zu Wurzelfäule. Ohne gesunde Wurzeln kann die Pflanze weder kräftige Blätter noch viele Blüten entwickeln.
Geeigneter Dünger
Während der Wachstumsphase kann ein spezieller Orchideendünger verwendet werden. Geben Sie ihn stets schwächer dosiert als auf der Verpackung empfohlen, wenn die Pflanze empfindlich reagiert.
Zu viel Dünger kann die Wurzeln verbrennen. Auch Hausmittel sollten deshalb niemals gleichzeitig mit einer starken Düngerlösung eingesetzt werden.
Kontrollieren Sie zuerst die Wurzeln
Bevor Sie versuchen, die Blüte anzuregen, sollten Sie den Zustand der Pflanze überprüfen.
Gesunde Orchideenwurzeln sind fest und je nach Feuchtigkeit grün oder silbrig. Weiche, braune, hohle oder unangenehm riechende Wurzeln sind meist abgestorben.
Beschädigte Wurzeln werden mit einer sauberen, desinfizierten Schere entfernt. Danach wird die Orchidee in frisches, grobes Orchideensubstrat gesetzt.
Ein normaler, dichter Blumenerdeboden ist ungeeignet, weil die Wurzeln darin nicht ausreichend belüftet werden.
Was geschieht mit dem alten Blütentrieb?
Ist der Blütentrieb vollständig braun und trocken, kann er nahe der Basis abgeschnitten werden.
Bleibt er grün, kann er noch Seitentriebe oder neue Knospen bilden. Sie können ihn deshalb zunächst stehen lassen oder knapp oberhalb eines schlafenden Auges kürzen.
Die Pflanze entscheidet jedoch selbst, ob sie den alten Trieb weiter nutzt oder einen neuen bildet.
Häufige Fehler, die eine Blüte verhindern
Oft liegt die ausbleibende Blüte nicht an fehlenden Hausmitteln, sondern an Pflegefehlern:
- zu wenig Licht;
- ständig nasses Substrat;
- Wasser in der Blattrosette;
- beschädigte oder verfaulte Wurzeln;
- ein zu großer Topf;
- zu häufige Düngung;
- keine nächtliche Temperaturabsenkung;
- wiederholtes Umstellen der Pflanze;
- zu viele verschiedene Hausmittel gleichzeitig.
Wann erscheinen neue Blüten?
Selbst bei guter Pflege braucht eine Orchidee Zeit. Zuerst bildet sie möglicherweise neue Wurzeln oder Blätter. Erst wenn sie ausreichend Kraft gesammelt hat, wächst ein neuer Blütentrieb.
Vom Erscheinen des Triebs bis zum Öffnen der ersten Blüten können mehrere Wochen oder sogar Monate vergehen.
Bewegen oder drehen Sie die Orchidee während der Knospenbildung möglichst wenig. Plötzliche Standortwechsel, kalte Luft oder starke Temperaturschwankungen können dazu führen, dass Knospen abfallen.
Fazit
Ein Teelöffel stark verdünntes Reiswasser kann gelegentlich als milde Ergänzung verwendet werden. Eine wundersame Blüte über Nacht ist jedoch nicht zu erwarten.
Gesunde Wurzeln, viel indirektes Licht, richtiges Gießen und ein leichter Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur sind wesentlich wichtiger.
Wer diese Bedingungen erfüllt und etwas Geduld mitbringt, kann sich schon bald über einen kräftigen Blütentrieb und zahlreiche wunderschöne Orchideenblüten freuen.