Der Bogenhanf, botanisch Dracaena trifasciata und früher als Sansevieria bekannt, gehört zu den robustesten Zimmerpflanzen. Er kommt mit wenig Wasser aus, verträgt trockene Raumluft und wächst auch an weniger hellen Standorten.
Im Internet wird häufig empfohlen, dem Gießwasser etwas Zitronensaft beizumischen, damit der Bogenhanf schneller wächst und kräftigere Blätter bildet. Doch Zitronensaft ist kein Wunderdünger. Richtig und sehr sparsam eingesetzt, kann er bei stark kalkhaltigem Wasser hilfreich sein. Eine falsche Dosierung kann der Pflanze dagegen schaden.
Warum wird Zitronensaft für Pflanzen empfohlen?
Zitronensaft enthält Zitronensäure und senkt den pH-Wert des Wassers. Das kann bei sehr hartem, kalkhaltigem Leitungswasser einen gewissen Vorteil haben.
Wird eine Pflanze über längere Zeit ausschließlich mit stark kalkhaltigem Wasser gegossen, kann sich der pH-Wert des Substrats erhöhen. Dadurch werden manche Nährstoffe schlechter verfügbar.
Eine sehr schwach angesäuerte Gießlösung kann deshalb helfen, Kalkablagerungen zu reduzieren. Sie ersetzt jedoch weder frische Erde noch eine ausgewogene Düngung.
Ist Zitronensaft ein Dünger?
Nein. Zitronensaft enthält keine ausgewogene Kombination der Nährstoffe, die eine Pflanze für gesundes Wachstum benötigt.
Bogenhanf braucht unter anderem:
- Stickstoff für die Blattentwicklung;
- Kalium für kräftiges Pflanzengewebe;
- Phosphor für Wurzeln und Wachstum;
- verschiedene Spurenelemente.
Diese Nährstoffe liefert Zitronensaft nicht in einer geeigneten Menge. Wer kräftiges Wachstum fördern möchte, sollte während der Wachstumszeit einen schwach dosierten Grünpflanzen- oder Sukkulentendünger verwenden.
Wann kann eine Zitronenlösung sinnvoll sein?
Eine schwache Zitronenlösung kann gelegentlich verwendet werden, wenn:
- das Leitungswasser sehr hart ist;
- sich weiße Kalkränder auf der Erde oder am Topf bilden;
- kein Regenwasser oder gefiltertes Wasser verfügbar ist;
- das Substrat durch kalkhaltiges Wasser zunehmend alkalisch geworden ist.
Bei weichem Wasser ist die Zugabe meistens nicht notwendig.
So bereiten Sie die Lösung vorsichtig zu
Zitronensaft darf niemals unverdünnt auf die Erde oder die Wurzeln gelangen.
Sie benötigen:
- 1 Liter abgestandenes oder gefiltertes Wasser;
- höchstens 3 bis 5 Tropfen frischen Zitronensaft;
- einen sauberen Behälter.
Geben Sie nur wenige Tropfen Zitronensaft in das Wasser und rühren Sie gründlich um.
Die Lösung darf nicht deutlich sauer riechen oder schmecken. Eine hohe Konzentration kann die empfindlichen Wurzeln reizen und den pH-Wert der Erde zu stark absenken.
Verwenden Sie die Mischung höchstens einmal alle vier bis sechs Wochen und nur dann, wenn Ihr Leitungswasser tatsächlich kalkreich ist.
So wird der Bogenhanf richtig gegossen
Gießen Sie die Zitronenlösung ausschließlich auf das Substrat. Sie sollte nicht in die Blattrosette gelangen.
Warten Sie anschließend, bis die Erde vollständig oder fast vollständig getrocknet ist, bevor Sie erneut gießen.
Der Bogenhanf speichert Wasser in seinen dicken Blättern und Wurzeln. Zu häufiges Gießen ist für ihn deutlich gefährlicher als eine kurze Trockenphase.
Im Sommer reicht häufig eine Bewässerung alle zwei bis drei Wochen. Im Winter kann die Pause je nach Temperatur und Standort deutlich länger sein.
Diese Zeitangaben sind nur Richtwerte. Kontrollieren Sie immer zuerst die Erde.
Warum zu viel Zitronensaft schädlich ist
Eine stark saure Lösung kann:
- feine Wurzeln schädigen;
- das Bodenleben beeinträchtigen;
- die Aufnahme bestimmter Nährstoffe stören;
- Blattvergilbung verursachen;
- das Wachstum verlangsamen;
- bereits geschwächte Pflanzen zusätzlich belasten.
Ein saurer pH-Wert ist nicht automatisch besser. Entscheidend ist ein für die Pflanze geeignetes Gleichgewicht.
Auch Zucker, Fruchtfleisch und andere organische Rückstände aus Zitronensaft können in der Erde Schimmel oder kleine Fliegen begünstigen. Deshalb sollten nur wenige Tropfen klarer Saft verwendet werden.
Was lässt den Bogenhanf wirklich schneller wachsen?
Für kräftiges Wachstum sind vor allem die folgenden Faktoren entscheidend.
Ein heller Standort
Der Bogenhanf überlebt zwar an dunkleren Plätzen, wächst dort jedoch deutlich langsamer.
Ein heller Standort mit viel indirektem Licht fördert neue Blätter und kräftige Triebe. Milde Morgen- oder Abendsonne wird meist gut vertragen.
Nach einem dunklen Winter sollte die Pflanze langsam an direkte Sonne gewöhnt werden, damit keine Verbrennungen entstehen.
Ein passender Topf
Der Topf muss unbedingt Abflusslöcher besitzen.
Steht Wasser dauerhaft im Übertopf, können die Wurzeln faulen. Ein Topf aus Terrakotta ist häufig vorteilhaft, weil Feuchtigkeit über die Wände verdunsten kann.
Der neue Topf sollte nur wenig größer als der bisherige sein. In einem übermäßig großen Gefäß bleibt die Erde lange feucht.
Durchlässige Erde
Schwere Blumenerde ist für den Bogenhanf oft zu feucht und kompakt.
Gut geeignet ist eine Mischung aus:
- Kakteen- oder Sukkulentenerde;
- Perlite oder Bims;
- grobem Sand;
- etwas feiner Pinienrinde.
Das Wasser muss nach dem Gießen schnell ablaufen können.
Mäßige Düngung
Von Frühjahr bis Spätsommer kann der Bogenhanf etwa einmal im Monat schwach gedüngt werden.
Verwenden Sie höchstens die halbe empfohlene Dosierung eines Grünpflanzen- oder Sukkulentendüngers.
Im Herbst und Winter ist meistens keine Düngung erforderlich, da das Wachstum bei weniger Licht langsamer wird.
Angenehme Temperaturen
Der Bogenhanf wächst am besten bei warmen Raumtemperaturen.
Kälte, Zugluft und Temperaturen unter ungefähr 12 bis 15 Grad Celsius können ihm schaden. Besonders problematisch ist die Kombination aus Kälte und feuchter Erde.
Wie entstehen neue Triebe?
Ein gesunder Bogenhanf bildet unter der Erde Rhizome. Aus diesen wachsen seitlich neue Triebe, die häufig als Kindel bezeichnet werden.
Damit die Pflanze neue Triebe bildet, benötigt sie:
- ausreichend Licht;
- gesunde Wurzeln;
- ein luftiges Substrat;
- mäßige Nährstoffgaben;
- Wärme;
- Geduld.
Ein sehr großer Topf beschleunigt die Bildung neuer Kindel nicht unbedingt. Viele Bogenhanfpflanzen wachsen besonders gut, wenn ihre Wurzeln den Topf leicht ausfüllen.
Bogenhanf vermehren
Beim Umtopfen können kräftige Seitentriebe vorsichtig von der Mutterpflanze getrennt werden.
Jeder abgetrennte Teil sollte möglichst eigene Wurzeln besitzen. Setzen Sie ihn anschließend in einen kleinen Topf mit trockener, gut durchlässiger Erde.
Warten Sie nach dem Einpflanzen einige Tage, bevor Sie sparsam gießen. Dadurch können kleine Verletzungen an den Wurzeln abtrocknen.
Auch Blattstecklinge sind möglich. Bei bunt gezeichneten Sorten kann die besondere Blattzeichnung dabei jedoch verloren gehen.
Häufige Pflegefehler
Wenn der Bogenhanf nicht wächst oder weiche Blätter bekommt, liegt es häufig an:
- zu viel Wasser;
- fehlenden Abflusslöchern;
- einem zu dunklen Standort;
- sehr schwerer Erde;
- einem viel zu großen Topf;
- Kälte und Zugluft;
- zu viel Dünger;
- zu stark konzentriertem Zitronensaft;
- beschädigten oder verfaulten Wurzeln.
Weiche, gelbliche oder matschige Blätter sind meistens ein Hinweis auf zu viel Feuchtigkeit.
Runzelige oder eingerollte Blätter können dagegen auf starke Trockenheit oder geschädigte Wurzeln hindeuten.
Eine bessere Alternative zu Zitronensaft
Bei hartem Leitungswasser ist Regenwasser meistens die sicherere Lösung.
Auch gefiltertes oder abgestandenes Wasser kann verwendet werden. Lassen Sie Leitungswasser vor dem Gießen einige Stunden stehen und verwenden Sie es bei Zimmertemperatur.
Wenn sich bereits eine feste weiße Schicht auf der Erde gebildet hat, sollte die obere Substratschicht entfernt oder die Pflanze in frische Erde umgetopft werden.
Fazit
Einige Tropfen Zitronensaft in einem Liter Wasser können bei stark kalkhaltigem Leitungswasser gelegentlich hilfreich sein. Dadurch wird der Bogenhanf jedoch nicht plötzlich „wie verrückt“ wachsen.
Sein Wachstum hängt vor allem von einem hellen Standort, durchlässiger Erde, sparsamer Bewässerung und gesunden Wurzeln ab.
Verwenden Sie Zitronensaft niemals unverdünnt und nicht bei jedem Gießen. Weniger ist hier eindeutig mehr. Mit guter Grundpflege entwickelt der Bogenhanf auch ohne ungewöhnliche Hausmittel kräftige Blätter und neue Seitentriebe.