Das ist der Fehler, den wir alle beim Entlüften von Heizkörpern machen: 4 Dinge, die Sie vor dem Einschalten unbedingt beachten sollten

Sobald die Temperaturen sinken, drehen viele Menschen ihre Heizkörper einfach auf und wundern sich anschließend, warum sie nur teilweise warm werden, gluckern oder ungewöhnlich viel Energie verbrauchen. Häufig liegt das Problem nicht an der Heizung selbst, sondern an Luft im Heizkörper.

Doch auch beim Entlüften kann man Fehler machen. Wer sofort das Ventil öffnet, ohne die Heizungsanlage richtig vorzubereiten, riskiert, dass die Luft nicht vollständig entweicht oder erneut in das System gelangt.

Diese vier Schritte sollten Sie deshalb unbedingt beachten.

1. Die Heizung vor dem Entlüften ausschalten

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, Heizkörper zu entlüften, während die Heizungsanlage noch läuft.

Durch die Umwälzpumpe wird das Heizungswasser ständig durch die Leitungen bewegt. Dabei kann sich die Luft im System verteilen, sodass sie nicht vollständig aus dem Heizkörper entweicht.

Schalten Sie deshalb die Heizungsanlage beziehungsweise die Umwälzpumpe aus. Warten Sie anschließend etwa 30 bis 60 Minuten. In dieser Zeit kann sich die Luft im oberen Bereich der Heizkörper sammeln.

Bei einer Zentralheizung in einem Mehrfamilienhaus ist es möglicherweise nicht möglich, die gesamte Anlage selbst auszuschalten. In diesem Fall sollten Sie sich an die Hausverwaltung oder einen Fachbetrieb wenden.

2. Alle Thermostatventile vollständig öffnen

Bevor Sie mit dem Entlüften beginnen, drehen Sie die Thermostate aller Heizkörper auf die höchste Stufe.

Dadurch öffnen sich die Ventile vollständig und das Heizungswasser kann später ungehindert durch den Heizkörper fließen. Bleibt ein Thermostat geschlossen, kann das Entlüften weniger effektiv sein.

Beginnen Sie möglichst mit den Heizkörpern im unteren Stockwerk und arbeiten Sie sich nach oben vor. Luft steigt im Heizsystem nach oben, weshalb sich in höher gelegenen Heizkörpern häufig besonders viel davon sammelt.

3. Das Entlüftungsventil langsam öffnen

Für das Entlüften benötigen Sie einen passenden Entlüftungsschlüssel, ein kleines Gefäß und ein Tuch.

Das Entlüftungsventil befindet sich meistens seitlich oben am Heizkörper. Halten Sie das Gefäß darunter und drehen Sie das Ventil langsam gegen den Uhrzeigersinn.

Zunächst hören Sie meist ein Zischen. Das bedeutet, dass Luft entweicht. Öffnen Sie das Ventil nicht vollständig, da sonst heißes Heizungswasser herausspritzen kann.

Sobald ein gleichmäßiger Wasserstrahl ohne Luftblasen austritt, schließen Sie das Ventil wieder vorsichtig. Drehen Sie es nur handfest zu. Zu starkes Anziehen kann das Ventil beschädigen.

4. Anschließend den Wasserdruck kontrollieren

Beim Entlüften tritt neben Luft häufig auch etwas Heizungswasser aus. Dadurch kann der Druck der Heizungsanlage sinken.

Kontrollieren Sie deshalb nach dem Entlüften das Manometer der Heizungsanlage. Der richtige Druck hängt von der Höhe des Gebäudes und dem jeweiligen Heizsystem ab. Bei vielen Einfamilienhäusern liegt er ungefähr zwischen 1 und 2 bar. Entscheidend sind jedoch die Herstellerangaben beziehungsweise die Markierung am Manometer.

Ist der Druck zu niedrig, muss möglicherweise Heizungswasser nachgefüllt werden. Wer damit keine Erfahrung hat, sollte diese Arbeit einem Heizungsfachbetrieb überlassen. Falsches Nachfüllen kann die Anlage beschädigen oder die Wasserqualität im Heizsystem beeinträchtigen.

Wann muss ein Heizkörper entlüftet werden?

Typische Anzeichen für Luft im Heizkörper sind:

  • gluckernde oder plätschernde Geräusche,
  • ein Heizkörper, der oben kalt und unten warm bleibt,
  • eine ungleichmäßige Wärmeverteilung,
  • längere Aufheizzeiten,
  • ein höherer Energieverbrauch.

Bleibt der Heizkörper trotz Entlüftung kalt, kann auch ein klemmendes Thermostatventil, ein zu niedriger Anlagendruck, eine falsch eingestellte Pumpe oder ein hydraulisches Problem vorliegen.

Fazit

Der größte Fehler beim Entlüften besteht darin, das Ventil einfach bei laufender Heizung zu öffnen. Schalten Sie die Anlage möglichst aus, öffnen Sie die Thermostate vollständig, lassen Sie die Luft langsam entweichen und kontrollieren Sie anschließend den Wasserdruck.

Mit diesen wenigen Schritten werden die Heizkörper wieder gleichmäßig warm, störende Geräusche verschwinden und die Heizungsanlage kann effizienter arbeiten.

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