Der Weihnachtskaktus ist vor allem wegen seiner üppigen Blüten im Spätherbst und Winter beliebt. Doch manchmal wächst die Pflanze kräftig, bildet viele grüne Triebe und trotzdem keine Knospen. Meist fehlt ihr nicht mehr Dünger, sondern das richtige Signal für den Beginn der Blütezeit.
Mit diesen fünf natürlichen Pflegemaßnahmen lässt sich die Knospenbildung gezielt unterstützen.
1. Sorgen Sie für lange, ungestörte Nächte
Der wichtigste Impuls für die Blütenbildung ist eine ausreichend lange Dunkelphase. Etwa sechs bis acht Wochen vor der gewünschten Blüte sollte der Weihnachtskaktus täglich ungefähr zwölf bis vierzehn Stunden ununterbrochene Dunkelheit erhalten.
Steht die Pflanze abends in einem hell beleuchteten Wohnzimmer, können Lampen und andere Lichtquellen ihren natürlichen Rhythmus stören. Stellen Sie sie deshalb in einen Raum, der nachts nicht künstlich beleuchtet wird.
Tagsüber benötigt der Weihnachtskaktus weiterhin einen hellen Platz mit indirektem Licht. Vollständige Dunkelheit rund um die Uhr würde die Pflanze schwächen.
2. Senken Sie die Temperatur leicht ab
Neben kürzeren Tagen fördern kühlere Nächte die Bildung neuer Knospen. Besonders günstig sind während der Vorbereitungsphase Temperaturen von etwa 15 bis 18 Grad.
Ein wenig beheiztes Schlafzimmer, ein heller Flur oder ein kühler Wintergarten kann geeigneter sein als ein Platz direkt über der Heizung.
Vermeiden Sie jedoch Frost, kalte Zugluft und starke Temperaturschwankungen. Die Triebe sollten auch nicht direkt an einer kalten Fensterscheibe anliegen.
3. Reduzieren Sie das Gießen vor der Blüte
Während der Ruhephase benötigt der Weihnachtskaktus etwas weniger Wasser. Lassen Sie die obere Schicht des Substrats leicht antrocknen, bevor Sie erneut gießen.
Der Wurzelballen darf nicht völlig austrocknen, gleichzeitig sollte aber niemals Wasser im Übertopf stehen bleiben. Staunässe schädigt die feinen Wurzeln und kann dazu führen, dass die Pflanze keine Kraft für die Blütenbildung hat.
Verwenden Sie möglichst zimmerwarmes, kalkarmes Wasser. Regenwasser eignet sich besonders gut.
4. Düngen Sie sparsam und zum richtigen Zeitpunkt
Zu viel Dünger ist eine häufige Ursache dafür, dass der Weihnachtskaktus viele grüne Triebe, aber kaum Blüten entwickelt. Ein hoher Stickstoffanteil fördert hauptsächlich das Blatt- und Triebwachstum.
Während des Frühjahrs und Sommers kann die Pflanze ungefähr alle drei bis vier Wochen schwach gedüngt werden. Geeignet ist ein milder Dünger für blühende Zimmerpflanzen oder Kakteen.
Sobald im Herbst die Ruhephase beginnt, sollte die Düngung eingestellt werden. In dieser Zeit soll die Pflanze nicht weiterwachsen, sondern sich auf die Knospenbildung vorbereiten.
Auf Zuckerwasser, Kaffeesatz oder große Mengen Bananenschalen im Topf sollte verzichtet werden. Solche Hausmittel können Schimmel, unangenehme Gerüche und Trauermücken verursachen.
5. Bewegen Sie die Pflanze nach der Knospenbildung nicht mehr
Sobald sich an den Enden der Triebglieder kleine Knospen zeigen, reagiert der Weihnachtskaktus besonders empfindlich auf Veränderungen.
Häufiges Drehen, Umstellen oder ein plötzlicher Wechsel von Licht und Temperatur kann dazu führen, dass die Knospen abfallen. Lassen Sie die Pflanze deshalb möglichst an demselben Standort.
Falls der Topf zum Gießen bewegt werden muss, stellen Sie ihn anschließend in derselben Ausrichtung zurück. Eine kleine Markierung am Topfrand kann dabei helfen.
Der beste Standort während der Blüte
Während der Blüte braucht der Weihnachtskaktus einen hellen Platz ohne starke Mittagssonne. Ein Ost- oder Westfenster ist häufig ideal.
In einem sehr warmen Raum verwelken die Blüten schneller. Bei mäßigen Temperaturen bleibt die Blütenpracht meist länger erhalten.
Schützen Sie die Pflanze außerdem vor:
- trockener Heizungsluft,
- kalter Zugluft,
- direkter Mittagssonne,
- Staunässe,
- vollständigem Austrocknen.
Warum bildet der Weihnachtskaktus trotzdem keine Knospen?
Bleibt die Blüte aus, kann der Standort zu dunkel sein. Lange Nächte sind zwar wichtig, tagsüber braucht die Pflanze aber genügend Licht.
Auch ein zu großer Topf kann die Blütenbildung verzögern. Weihnachtskakteen blühen häufig besonders gut, wenn der Wurzelballen den Topf bereits gut ausfüllt. Beim Umtopfen sollte deshalb nur ein leicht größeres Gefäß gewählt werden.
Ein weiterer möglicher Grund ist altes, verdichtetes Substrat. Der Weihnachtskaktus bevorzugt eine lockere und durchlässige Mischung, in der überschüssiges Wasser schnell abfließen kann.
Was tun, wenn die Knospen abfallen?
Knospenverlust entsteht meistens durch plötzliche Veränderungen. Häufige Ursachen sind:
- ein Standortwechsel,
- große Temperaturunterschiede,
- zu trockene Erde,
- Staunässe,
- kalte Zugluft,
- sehr trockene Raumluft.
Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit regelmäßig und verändern Sie den Standort nach Möglichkeit nicht mehr.
Kann ein Weihnachtskaktus mehrmals blühen?
Unter günstigen Bedingungen kann die Pflanze nach der Hauptblüte später noch einmal einzelne Knospen bilden. Eine ganzjährige Dauerblüte ist jedoch nicht realistisch.
Der Weihnachtskaktus benötigt Wachstums-, Ruhe- und Blühphasen. Wer diesen natürlichen Rhythmus berücksichtigt, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer regelmäßigen und üppigen Blüte deutlich.
Fazit
Für die Blütenbildung braucht der Weihnachtskaktus vor allem lange Nächte, etwas kühlere Temperaturen, weniger Wasser, eine maßvolle Düngung und einen ruhigen Standort.
Beginnen Sie mit der Vorbereitung ungefähr sechs bis acht Wochen vor der gewünschten Blüte. Sobald die ersten Knospen erscheinen, sollte die Pflanze möglichst nicht mehr bewegt werden. Mit etwas Geduld verwandelt sie sich anschließend wieder in einen prächtig blühenden Blickfang.