Ein abgebrochener Autoschlüssel ist besonders ärgerlich, wenn man gerade unterwegs ist und keinen Ersatzschlüssel dabeihat. Genau das passierte mir nach einem Werkstattbesuch: Das Kunststoffgehäuse war beschädigt, der Metallbart saß locker und der Schlüssel ließ sich kaum noch sicher benutzen.
Zum Glück musste ich nicht sofort einen komplett neuen Schlüssel beim Autohaus bestellen. In vielen Fällen kann man das beschädigte Gehäuse austauschen und die wichtigen Teile des alten Schlüssels übernehmen.
Zuerst prüfen: Was ist tatsächlich kaputt?
Bevor Sie mit der Reparatur beginnen, sollten Sie feststellen, welcher Teil beschädigt wurde.
Häufig betroffen sind:
- das Kunststoffgehäuse,
- die Klappmechanik,
- die Befestigung des Metallbarts,
- die Tastenabdeckung,
- die Batteriehalterung,
- der Schlüsselring.
Ist nur das Gehäuse gebrochen, lässt sich der Schlüssel meist relativ einfach reparieren. Ist dagegen der Metallbart selbst abgebrochen oder steckt ein Teil im Zündschloss, sollte ein Schlüsseldienst oder eine Fachwerkstatt helfen.
Warum man den Schlüssel nicht einfach zusammenkleben sollte
Sekundenkleber wirkt zunächst wie die schnellste Lösung. Bei einem Autoschlüssel ist das jedoch oft keine dauerhafte Reparatur.
Beim Drehen im Zündschloss wirken starke Kräfte auf das Gehäuse. Eine geklebte Stelle kann erneut brechen. Außerdem kann Klebstoff in die Tasten, auf die Platine oder in den Klappmechanismus gelangen.
Noch problematischer wird es, wenn Sekundenkleber an den Transponder gelangt. Dieser kleine Chip ist für die Wegfahrsperre zuständig. Wird er beschädigt oder vergessen, kann das Auto trotz passendem Schlüsselbart nicht gestartet werden.
Die schnelle Lösung: ein neues Schlüsselgehäuse
Für viele Automodelle werden leere Ersatzgehäuse angeboten. Sie enthalten meistens:
- die äußere Kunststoffschale,
- neue Tasten,
- einen Batteriedeckel,
- einen Schlüsselring,
- teilweise eine Klappmechanik,
- gelegentlich einen ungeschliffenen Metallbart.
Elektronik und Transponder sind normalerweise nicht enthalten. Diese Teile werden aus dem alten Schlüssel übernommen.
Wichtig ist, dass das Ersatzgehäuse genau zum vorhandenen Schlüssel passt. Vergleichen Sie vor dem Kauf:
- Form und Anzahl der Tasten,
- Position der Batterie,
- Art der Klappmechanik,
- Profil des Metallbarts,
- Befestigungspunkte der Platine,
- Größe und Form des Gehäuses.
Schon kleine Unterschiede können verhindern, dass die Innenteile richtig sitzen.
Was Sie für die Reparatur benötigen
Für den Austausch genügen häufig wenige Werkzeuge:
- ein passendes Ersatzgehäuse,
- ein kleiner Schraubendreher,
- ein Kunststoffhebel oder eine alte Bankkarte,
- eine Pinzette,
- eine saubere Arbeitsunterlage,
- eventuell ein kleiner Splinttreiber.
Arbeiten Sie an einem gut beleuchteten Tisch. Legen Sie ein helles Tuch darunter, damit kleine Schrauben, Federn oder der Transponder nicht verloren gehen.
Schritt 1: Das alte Gehäuse vorsichtig öffnen
Entfernen Sie zunächst eine eventuell vorhandene Schraube. Viele Schlüsselgehäuse bestehen zusätzlich aus zusammengeklipsten Hälften.
Führen Sie einen Kunststoffhebel vorsichtig in die Gehäusenaht ein. Verwenden Sie möglichst kein großes Küchenmesser, da Sie damit abrutschen und die Elektronik beschädigen können.
Öffnen Sie das Gehäuse langsam. Bei Klappschlüsseln kann eine gespannte Feder enthalten sein, die beim Öffnen herausspringt.
Schritt 2: Batterie und Platine entnehmen
Fotografieren Sie vor dem Ausbau die Position aller Teile. So wissen Sie später, wie die Platine, die Batterie und die Gummitasten eingesetzt werden müssen.
Nehmen Sie die Batterie heraus und merken Sie sich, welche Seite nach oben zeigt. Heben Sie anschließend die Platine nur an den Rändern an.
Berühren Sie möglichst nicht unnötig die Kontakte und elektronischen Bauteile. Falls die Batterie schwach ist, bietet sich beim Gehäusewechsel direkt ein Austausch an.
Schritt 3: Den Transponder nicht vergessen
Der wichtigste und am leichtesten übersehene Bestandteil ist der Transponder der Wegfahrsperre. Er kann unterschiedlich aussehen:
- wie eine kleine schwarze Kapsel,
- wie ein winziger Glasstab,
- wie ein kleines rechteckiges Kunststoffteil,
- als festes Bauteil auf der Platine.
Bei manchen Fahrzeugen ist der Transponder direkt in die Elektronik integriert. Bei anderen liegt er separat in einer kleinen Aussparung des Gehäuses.
Wird ein separater Transponder nicht in das neue Gehäuse übernommen, kann die Funkfernbedienung möglicherweise funktionieren, der Motor startet aber nicht.
Entfernen Sie den Chip äußerst vorsichtig. Glastransponder können leicht zerbrechen.
Schritt 4: Den Metallbart übernehmen
Ist der vorhandene Metallbart unbeschädigt, lässt er sich bei vielen Klappschlüsseln in das neue Gehäuse einsetzen.
Oft wird er mit einem kleinen Metallstift gehalten. Dieser muss vorsichtig herausgedrückt werden. Danach kann der alte Schlüsselbart in die neue Halterung eingesetzt und wieder befestigt werden.
Passt der alte Bart nicht in das neue Gehäuse, muss der mitgelieferte Rohling von einem Autoschlüsseldienst gefräst werden. Den alten Schlüssel sollte man dafür als Muster mitnehmen.
Ein ungeschliffener Rohling darf nicht mit Gewalt ins Schloss gesteckt werden.
Schritt 5: Klappmechanismus richtig vorspannen
Bei einem Klappschlüssel muss die Feder vor dem Schließen des Gehäuses gespannt werden. Ohne Vorspannung springt der Schlüsselbart nach dem Drücken der Taste nicht heraus.
Setzen Sie Feder, Knopf und Halterung so ein, wie sie im alten Schlüssel angeordnet waren. Drehen Sie den Mechanismus vorsichtig um ein oder zwei Umdrehungen in die Richtung, in der der Bart später aufklappen soll.
Übertreiben Sie die Spannung nicht. Eine zu stark gespannte Feder kann brechen oder den Kunststoff beschädigen.
Testen Sie die Mechanik zunächst mit festgehaltenen Gehäusehälften, bevor Sie alles endgültig verschließen.
Schritt 6: Elektronik in das neue Gehäuse einsetzen
Setzen Sie den Transponder, die Platine, die Tastenmatte und die Batterie in die vorgesehenen Aussparungen.
Alle Teile sollten ohne Druck sitzen. Lässt sich das Gehäuse nur mit großer Kraft schließen, ist vermutlich ein Bauteil falsch eingelegt.
Kontrollieren Sie besonders:
- ob die Tasten über den richtigen Schaltern liegen,
- ob die Batterie Kontakt hat,
- ob keine Kabel oder Bauteile eingeklemmt werden,
- ob der Transponder sicher in seiner Aussparung sitzt.
Schließen Sie anschließend die beiden Gehäusehälften und setzen Sie vorhandene Schrauben wieder ein.
Schlüssel vor der Fahrt testen
Testen Sie den reparierten Schlüssel zunächst außerhalb des Fahrzeugs:
- Lässt sich der Schlüsselbart sauber aus- und einklappen?
- Sitzt er fest und wackelt nicht?
- Funktionieren alle Tasten?
- Öffnet und schließt die Zentralverriegelung?
- Lässt sich das Schloss ohne Widerstand bedienen?
Starten Sie danach den Motor. Leuchtet die Kontrolllampe der Wegfahrsperre dauerhaft oder startet der Motor nicht, wurde möglicherweise der Transponder nicht korrekt eingesetzt.
Benutzen Sie den Schlüssel nicht weiter, wenn der Metallbart locker sitzt. Er könnte im Zünd- oder Türschloss abbrechen.
Was tun, wenn der Schlüsselbart vollständig abgebrochen ist?
Ein gebrochener Metallbart sollte nicht dauerhaft geklebt oder gelötet werden. Die Verbindung wird beim Drehen stark belastet und kann erneut brechen.
In diesem Fall ist es sicherer, einen neuen Bart nach dem Original oder anhand des Schlüsselcodes fräsen zu lassen. Die vorhandene Elektronik und der Transponder können häufig weiterverwendet werden.
Steckt ein Schlüsselstück im Schloss, sollten Sie nicht mit Schraubendrehern oder Nadeln darin herumstochern. Dadurch kann das Schloss beschädigt und die Reparatur deutlich teurer werden.
Wann ist eine Fachwerkstatt notwendig?
Professionelle Hilfe ist sinnvoll, wenn:
- der Transponder beschädigt wurde,
- der Schlüssel neu programmiert werden muss,
- die Platine gebrochen oder nass geworden ist,
- der Schlüsselbart im Schloss steckt,
- das Zündschloss schwergängig ist,
- beide Fahrzeugschlüssel verloren oder defekt sind,
- ein Keyless-System betroffen ist.
Bei modernen Fahrzeugen kann ein neuer Schlüssel angelernt werden müssen. Ein einfacher Gehäusewechsel erfordert dagegen normalerweise keine neue Programmierung, solange die originale Elektronik und der originale Transponder übernommen werden.
Fazit
Ist nur das Kunststoffgehäuse eines Autoschlüssels gebrochen, muss nicht immer ein komplett neuer Schlüssel gekauft werden. Mit einem passenden Ersatzgehäuse lassen sich Platine, Batterie, Transponder und häufig auch der Metallbart übernehmen.
Der wichtigste Schritt ist, den kleinen Transponder der Wegfahrsperre nicht zu verlieren oder zu beschädigen. Nach dem Zusammenbau sollten Klappmechanismus, Zentralverriegelung und Motorstart sorgfältig geprüft werden.
So kann ein scheinbar unbrauchbarer Autoschlüssel in kurzer Zeit wieder zuverlässig funktionieren.