Orchideen wirken empfindlich, doch mit der richtigen Pflege können sie viele Jahre lang gesund wachsen und regelmäßig blühen. Neben einem hellen Standort, einer vorsichtigen Bewässerung und einem luftigen Substrat spielt auch die Nährstoffversorgung eine wichtige Rolle.
Ein milder natürlicher Dünger kann die Pflanze während des ganzen Jahres unterstützen. Besonders gut eignet sich ungesalzenes Reiswasser, wenn es richtig verdünnt und sparsam verwendet wird.
Es ersetzt keinen ausgewogenen Orchideendünger vollständig, kann aber gelegentlich als sanfte Ergänzung dienen.
Warum Reiswasser verwendet wird
Beim Waschen von Reis gelangen kleine Mengen Stärke und Mineralstoffe ins Wasser. In stark verdünnter Form kann dieses Wasser das Bodenleben unterstützen und der Orchidee eine geringe Menge zusätzlicher Nährstoffe liefern.
Wichtig ist, nur frisches Reiswasser zu verwenden. Es darf weder Salz noch Öl, Gewürze oder andere Küchenzusätze enthalten.
Vergorenes, stark riechendes oder mehrere Tage altes Reiswasser gehört nicht in den Orchideentopf. Es kann Schimmel, unangenehme Gerüche und Fäulnis fördern.
So bereiten Sie den natürlichen Dünger zu
Sie benötigen:
- 2 Esslöffel ungekochten Reis;
- 500 ml sauberes Wasser;
- zusätzliches Wasser zum Verdünnen.
Geben Sie den Reis in eine Schüssel und übergießen Sie ihn mit 500 ml Wasser. Bewegen Sie die Körner etwa eine Minute lang mit der Hand, bis das Wasser leicht trüb wird.
Gießen Sie das Wasser anschließend durch ein feines Sieb. Verdünnen Sie einen Teil Reiswasser mit mindestens zwei bis drei Teilen sauberem Wasser.
Die fertige Mischung sollte nur leicht trüb und nicht dickflüssig sein.
Wie die Orchidee damit gegossen wird
Stellen Sie den Orchideentopf in eine Schüssel und gießen Sie die verdünnte Lösung langsam über das Substrat.
Lassen Sie die Flüssigkeit vollständig durch die Abzugslöcher ablaufen. Die Orchidee darf anschließend nicht in stehendem Wasser bleiben.
Achten Sie darauf, dass keine Flüssigkeit in das Herz der Pflanze oder zwischen die Blätter gelangt. Dort kann sich Feuchtigkeit sammeln und Fäulnis verursachen.
Bei einer Phalaenopsis reicht eine solche Anwendung ungefähr alle vier bis sechs Wochen. Häufigeres Gießen bringt keinen zusätzlichen Vorteil.
Anwendung in den vier Jahreszeiten
Frühling
Im Frühling beginnt bei vielen Orchideen eine aktive Wachstumsphase. Neue Wurzeln und Blätter entwickeln sich. Jetzt kann eine milde Nährstoffgabe sinnvoll sein.
Verwenden Sie das verdünnte Reiswasser höchstens einmal im Monat und nur bei einer gesunden Pflanze mit aktiven Wurzeln.
Sommer
Im Sommer trocknet das Substrat häufig schneller. Trotzdem sollte die Orchidee nicht ständig gegossen werden.
Wenden Sie den natürlichen Dünger nur an, wenn die Wurzeln silbrig geworden sind und das Substrat weitgehend trocken ist. Bei großer Hitze sollte nicht gedüngt werden, wenn die Pflanze geschwächt oder ausgetrocknet ist.
Herbst
Im Herbst bereiten sich viele Orchideen auf die Bildung neuer Blütentriebe vor. Eine ausgewogene Versorgung mit Licht und Nährstoffen ist jetzt besonders wichtig.
Reiswasser kann weiterhin sparsam verwendet werden. Für eine gezielte Förderung der Blüte ist jedoch ein geeigneter Orchideendünger in schwacher Konzentration meist zuverlässiger.
Winter
Im Winter wachsen viele Orchideen langsamer. Bei wenig Licht und kühleren Temperaturen benötigen sie weniger Wasser und Nährstoffe.
Steht die Pflanze kühl und zeigt kaum Wachstum, sollte auf zusätzliches Düngen weitgehend verzichtet werden. Nur bei einem warmen, hellen Standort und sichtbar aktiven Wurzeln kann eine sehr schwache Gabe sinnvoll sein.
Welche Vorteile kann die Anwendung haben?
Bei richtiger Dosierung kann die milde Lösung:
- die allgemeine Vitalität der Pflanze unterstützen;
- das Wachstum neuer Wurzeln begleiten;
- eine Ergänzung zur normalen Nährstoffversorgung darstellen;
- das Substrat leicht mit organischem Material versorgen;
- bei gesunden Pflanzen die Blattentwicklung unterstützen.
Reiswasser ist jedoch kein Wundermittel. Eine kranke oder faulende Orchidee wird dadurch nicht automatisch gesund.
Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Verwenden Sie niemals gekochtes Reiswasser, das Salz oder Gewürze enthält. Auch dickes, unverdünntes Reiswasser ist ungeeignet.
Zu viel Stärke kann sich auf der Rinde ablagern, Mikroorganismen fördern und das Substrat unangenehm riechen lassen.
Vermeiden Sie außerdem:
- dauerhaft nasses Substrat;
- Anwendung bei faulen Wurzeln;
- häufiges Düngen;
- stehendes Wasser im Übertopf;
- Besprühen von Blüten und Pflanzenherz;
- Verwendung von vergorenem Reiswasser.
Spülen Sie das Substrat gelegentlich mit klarem, weichem Wasser durch, damit sich keine Rückstände ansammeln.
Wichtiger als jeder Dünger: die richtige Grundpflege
Damit eine Orchidee in allen vier Jahreszeiten gesund bleibt, braucht sie vor allem:
- viel helles, indirektes Licht;
- einen transparenten Topf mit Abzugslöchern;
- lockere, luftige Pinienrinde;
- Gießen erst nach dem Antrocknen;
- keine Staunässe;
- eine moderate Luftfeuchtigkeit;
- regelmäßige Kontrolle der Wurzeln und Blätter.
Die Wurzeln einer gesunden Phalaenopsis sind nach dem Gießen grün und werden beim Trocknen silbrig. Braune, weiche oder unangenehm riechende Wurzeln deuten dagegen auf Fäulnis hin.
Wann ein spezieller Orchideendünger besser ist
Natürliche Hausmittel enthalten keine genau festgelegte Menge an Stickstoff, Phosphor und Kalium. Deshalb lässt sich ihre Wirkung nur schwer kontrollieren.
Während des aktiven Wachstums ist ein hochwertiger Orchideendünger in stark reduzierter Dosierung meist die verlässlichere Wahl. Reiswasser kann ihn gelegentlich ergänzen, sollte aber nicht bei jeder Bewässerung eingesetzt werden.
🌸 Mit sehr schwach verdünntem, frischem Reiswasser und einer sorgfältigen Grundpflege kann Ihre Orchidee das ganze Jahr über kräftig und gesund bleiben. Entscheidend sind jedoch Zurückhaltung, gute Luftzirkulation und ein Substrat, das zwischen den Wassergaben ausreichend trocknen kann.