Schluss mit gekauftem Bewurzelungspulver: Diese 4 selbstgemachten Mischungen helfen Stecklingen beim Wurzelbilden

Wer Pflanzen über Stecklinge vermehren möchte, greift häufig zu gekauftem Bewurzelungspulver. Doch viele Pflanzen bilden auch ohne solche Präparate zuverlässig neue Wurzeln – vorausgesetzt, der Steckling wurde richtig geschnitten und bekommt ausreichend Wärme, Licht und Feuchtigkeit.

Einige einfache Hausmittel können dabei helfen, die Schnittstelle sauber zu halten oder günstige Bedingungen für die Bewurzelung zu schaffen. Sie sind jedoch keine garantierten Wundermittel und ersetzen nicht die richtige Pflege.

Hier finden Sie vier beliebte Mischungen, die sich zu Hause leicht vorbereiten lassen.

1. Weidenwasser für Stecklinge

Weidenzweige enthalten natürliche Pflanzenstoffe, die mit dem Wachstum und der Wurzelbildung in Verbindung stehen. Deshalb wird selbst hergestelltes Weidenwasser traditionell zur Bewurzelung von Stecklingen verwendet.

Sie benötigen:

  • mehrere junge Weidenzweige;
  • etwa 1 Liter Wasser;
  • ein sauberes Gefäß.

Schneiden Sie die jungen Zweige in kleine Stücke und geben Sie sie in das Gefäß. Übergießen Sie sie mit kaltem oder lauwarmem Wasser.

Lassen Sie die Mischung ungefähr 24 bis 48 Stunden ziehen. Danach werden die Zweigstücke entfernt.

Stellen Sie die frisch geschnittenen Stecklinge für einige Stunden in das Weidenwasser. Anschließend können sie in ein lockeres Substrat gepflanzt werden.

Alternativ lässt sich das Wasser zum vorsichtigen Angießen frisch eingesetzter Stecklinge verwenden.

Die Mischung sollte frisch verbraucht und nicht über längere Zeit aufbewahrt werden.

2. Mildes Honigwasser

Honig wird häufig als natürliches Hausmittel für Pflanzenstecklinge empfohlen. Er enthält Zucker und besitzt unter bestimmten Bedingungen antimikrobielle Eigenschaften.

Honig enthält jedoch keine ausreichende Menge an pflanzlichen Wurzelhormonen. Er kann daher höchstens dazu beitragen, die Schnittstelle vor einigen Mikroorganismen zu schützen.

Sie benötigen:

  • 1 Teelöffel Honig;
  • 250 ml lauwarmes Wasser.

Lösen Sie den Honig vollständig im Wasser auf. Das Wasser darf nicht heiß sein.

Tauchen Sie nur das untere Ende des Stecklings kurz in die Mischung. Danach setzen Sie ihn direkt in das vorbereitete Substrat.

Verwenden Sie nicht zu viel Honig. Eine dicke, klebrige Schicht kann Luft und Feuchtigkeit an der Schnittstelle festhalten und dadurch Fäulnis fördern.

Auch Honigwasser sollte nicht mehrere Tage stehen gelassen werden, da sich darin Mikroorganismen vermehren können.

3. Aloe-vera-Lösung

Das Gel der Aloe vera wird häufig für Pflanzenstecklinge verwendet. Es hält die Schnittstelle feucht und enthält verschiedene organische Stoffe.

Ob es die Bewurzelung tatsächlich deutlich beschleunigt, hängt von der Pflanzenart und den übrigen Bedingungen ab. Als milde Ergänzung kann es dennoch ausprobiert werden.

Sie benötigen:

  • ein kleines Stück eines frischen Aloe-vera-Blattes;
  • etwa 200 ml sauberes Wasser.

Entnehmen Sie etwas klares Gel aus dem Inneren des Blattes. Die gelbliche Flüssigkeit direkt unter der Blattschale sollte möglichst nicht verwendet werden.

Vermischen Sie ungefähr einen halben Teelöffel Gel mit dem Wasser. Rühren Sie so lange, bis sich das Gel möglichst gleichmäßig verteilt hat.

Tauchen Sie das untere Ende des Stecklings kurz in die Mischung oder stellen Sie ihn für maximal ein bis zwei Stunden hinein.

Danach wird der Steckling in lockere, leicht feuchte Erde gesetzt.

4. Sehr schwaches Zimtwasser

Zimt wird im Garten häufig wegen seiner möglichen pilzhemmenden Eigenschaften eingesetzt. Er ist jedoch kein eigentliches Bewurzelungshormon.

In einer sehr schwachen Konzentration kann Zimt dazu dienen, die Schnittstelle eines Stecklings trocken zu halten. Zu viel Zimt kann empfindliches Pflanzengewebe allerdings reizen.

Sie benötigen:

  • eine kleine Messerspitze Zimtpulver;
  • etwa 250 ml Wasser.

Verrühren Sie das Zimtpulver mit dem Wasser und lassen Sie die Mischung kurz stehen.

Tauchen Sie das untere Ende des Stecklings nur wenige Sekunden hinein. Danach wird er sofort eingepflanzt.

Sie können die frische Schnittstelle auch ganz leicht mit Zimt bestäuben. Eine dicke Schicht sollte vermieden werden.

Welche Mischung funktioniert am besten?

Nicht jede Methode eignet sich für jede Pflanze. Besonders leicht bewurzeln beispielsweise:

  • Efeutute;
  • Monstera;
  • Tradeskantie;
  • Buntnessel;
  • Geranie;
  • Ficus;
  • Rosmarin;
  • Minze;
  • Basilikum;
  • viele Sukkulenten.

Manche Arten bilden im Wasser schnell Wurzeln, während andere besser direkt in Erde, Perlite oder feuchtem Moos bewurzelt werden.

Weidenwasser ist von den genannten Hausmitteln am ehesten mit der natürlichen Wurzelbildung verbunden. Honig, Aloe vera und Zimt dienen eher als unterstützende Zusätze und sollten sparsam eingesetzt werden.

Der richtige Schnitt ist entscheidend

Selbst die beste Mischung hilft nicht, wenn der Steckling ungeeignet ist.

Schneiden Sie einen gesunden Trieb mit einer sauberen und scharfen Schere ab. Bei vielen Pflanzen sollte sich mindestens ein Blattknoten am Steckling befinden.

Der Schnitt wird meist knapp unterhalb eines Knotens gesetzt, da sich dort besonders häufig neue Wurzeln entwickeln.

Entfernen Sie die unteren Blätter, damit sie später nicht in der Erde oder im Wasser faulen. Zwei bis drei obere Blätter können am Steckling bleiben.

Sehr große Blätter lassen sich bei manchen Pflanzen vorsichtig kürzen. Dadurch verliert der Steckling weniger Wasser.

Das beste Substrat für Stecklinge

Das Substrat sollte locker, sauber und luftdurchlässig sein.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Anzuchterde;
  • eine Mischung aus Erde und Perlite;
  • reines Perlite;
  • Kokosfasern;
  • leicht feuchtes Sphagnum-Moos;
  • grober Sand für geeignete Pflanzenarten.

Normale, schwere Gartenerde bleibt häufig zu lange nass und kann die empfindlichen Stecklinge zum Faulen bringen.

Der Topf muss Abflusslöcher besitzen. Überschüssiges Wasser darf sich niemals am Boden sammeln.

Wärme und Licht fördern die Bewurzelung

Die meisten Stecklinge bilden bei Temperaturen zwischen ungefähr 20 und 25 Grad Celsius besonders gut neue Wurzeln.

Stellen Sie sie an einen hellen Platz ohne intensive Mittagssonne. Direktes Sonnenlicht kann die Stecklinge austrocknen oder unter einer transparenten Abdeckung stark erhitzen.

Zu wenig Licht verlangsamt dagegen die Wurzelbildung.

Eine transparente Tüte oder ein kleines Zimmergewächshaus kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Die Abdeckung sollte jedoch täglich kurz geöffnet werden, damit sich kein Schimmel bildet.

Richtig gießen

Das Substrat muss leicht feucht bleiben, darf aber nicht dauerhaft nass sein.

Solange ein Steckling noch keine Wurzeln besitzt, kann er überschüssiges Wasser kaum aufnehmen. Staunässe führt deshalb besonders schnell zu Fäulnis.

Gießen Sie lieber sparsam und kontrollieren Sie die Feuchtigkeit regelmäßig mit dem Finger.

Wenn sich neue Blätter oder Triebe bilden, ist dies häufig ein Zeichen dafür, dass die Bewurzelung begonnen hat. Einen sicheren Hinweis erhalten Sie, wenn der Steckling bei leichtem Ziehen einen Widerstand zeigt.

Häufige Fehler bei der Vermehrung

Stecklinge scheitern meist nicht wegen eines fehlenden Hausmittels, sondern aufgrund ungünstiger Bedingungen.

Zu den häufigsten Fehlern gehören:

  • ungeeignete oder geschwächte Triebe;
  • schmutzige Schneidwerkzeuge;
  • fehlende Blattknoten;
  • dauerhaft nasses Substrat;
  • zu starke Sonneneinstrahlung;
  • ein kalter Standort;
  • zu viele Blätter am Steckling;
  • übermäßig konzentrierte Hausmittel;
  • zu frühes Düngen;
  • ein viel zu großer Pflanztopf.

Verwenden Sie niemals mehrere Mischungen gleichzeitig. Mehr Zusätze bedeuten nicht automatisch mehr Wurzeln.

Wann ist gekauftes Bewurzelungsmittel sinnvoll?

Bei leicht zu vermehrenden Zimmerpflanzen und Kräutern ist Bewurzelungspulver häufig nicht erforderlich.

Bei schwer bewurzelnden Gehölzen oder besonders wertvollen Pflanzen kann ein zugelassenes Bewurzelungspräparat jedoch zuverlässiger sein. Solche Produkte enthalten genau dosierte Pflanzenhormone und sollten entsprechend der Herstelleranleitung verwendet werden.

Hausmittel liefern keine exakt kontrollierbare Wirkstoffmenge. Ihre Wirkung kann daher von Pflanze zu Pflanze stark variieren.

Fazit

Weidenwasser, verdünntes Honigwasser, Aloe-vera-Lösung und eine sehr schwache Zimtmischung können bei der Vermehrung von Pflanzen als unterstützende Hausmittel ausprobiert werden.

Entscheidend für den Erfolg sind jedoch ein gesunder Steckling, ein sauberer Schnitt, ein passendes Substrat sowie ausreichend Wärme, Licht und Feuchtigkeit.

Wer diese Grundlagen beachtet, kann viele Pflanzen ganz ohne gekauftes Bewurzelungspulver vermehren und aus einem einzigen Trieb eine neue kräftige Pflanze ziehen.

Leave a Comment