Wie ich von meiner Fensterblatt-Pflanze schneller mehr Ableger bekommen habe

Das Fensterblatt, besser bekannt als Monstera, gehört zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Mit seinen großen, geschlitzten Blättern wird es schnell zum Blickfang. Besonders praktisch ist, dass sich eine gesunde Monstera relativ einfach vermehren lässt.

Lange Zeit wartete ich darauf, dass meine Pflanze von selbst neue Ableger bildet. Später stellte ich fest, dass die schnellste und zuverlässigste Methode darin besteht, geeignete Triebe mit einem Blattknoten abzuschneiden und gezielt zu bewurzeln.

Der wichtigste Punkt: Der Steckling braucht einen Knoten

Ein einzelnes abgeschnittenes Blatt kann zwar lange grün bleiben, daraus entsteht jedoch normalerweise keine neue Pflanze.

Damit der Steckling Wurzeln und später neue Blätter bildet, muss er mindestens einen Knoten besitzen. Dabei handelt es sich um eine leicht verdickte Stelle am Stängel, an der ein Blatt oder eine Luftwurzel wächst.

Am besten eignet sich ein Steckling mit:

  • mindestens einem gesunden Blatt;
  • einem deutlich sichtbaren Blattknoten;
  • einer kleinen Luftwurzel;
  • einem kräftigen, unbeschädigten Stängel.

Je gesünder die Mutterpflanze ist, desto besser sind die Chancen auf eine schnelle Bewurzelung.

Der richtige Zeitpunkt für die Vermehrung

Die beste Zeit zum Schneiden von Monstera-Stecklingen ist das Frühjahr oder der frühe Sommer. In dieser Phase wächst die Pflanze besonders aktiv und bildet schneller neue Wurzeln.

Grundsätzlich kann man sie auch zu einer anderen Jahreszeit vermehren. Im Herbst und Winter dauert die Wurzelbildung jedoch meistens länger, da weniger Licht vorhanden ist und das Wachstum langsamer wird.

So schneide ich die Stecklinge richtig

Vor dem Schneiden reinige und desinfiziere ich die Schere oder das Messer. Dadurch verringert sich das Risiko, Krankheitserreger auf die Schnittstelle zu übertragen.

Der Schnitt wird etwa ein bis zwei Zentimeter unterhalb des Knotens gesetzt. Dabei sollte die Luftwurzel möglichst nicht beschädigt werden.

Bei einem langen Trieb können mehrere Stecklinge gewonnen werden. Wichtig ist lediglich, dass jedes Teilstück mindestens einen Knoten besitzt.

Nach dem Schneiden lasse ich die Schnittstelle ungefähr eine Stunde antrocknen. Besonders bei dickeren Stängeln kann dies helfen, Fäulnis zu vermeiden.

Bewurzelung im Wasser

Die einfachste Methode ist die Bewurzelung in einem Glas mit Wasser.

Ich stelle den Steckling so ins Wasser, dass der Knoten und eine vorhandene Luftwurzel bedeckt sind. Das Blatt selbst sollte möglichst nicht im Wasser liegen.

Das Gefäß stelle ich an einen hellen und warmen Ort, jedoch nicht direkt in die starke Mittagssonne.

Das Wasser wechsle ich etwa alle fünf bis sieben Tage. Wird es trüb oder riecht unangenehm, sollte es sofort erneuert werden.

Nach einigen Wochen beginnen sich am Knoten helle Wurzeln zu bilden. Sobald mehrere kräftige Wurzeln ungefähr fünf bis zehn Zentimeter lang sind, kann der Steckling in Erde gepflanzt werden.

Bewurzelung in feuchtem Moos

Besonders gute Erfahrungen habe ich auch mit leicht feuchtem Sphagnum-Moos gemacht.

Der Knoten wird vorsichtig mit dem Moos umgeben. Anschließend lege ich den Steckling in einen durchsichtigen Behälter oder decke ihn locker mit einer transparenten Tüte ab.

Dadurch entsteht eine höhere Luftfeuchtigkeit, die die Wurzelbildung fördern kann.

Das Moos sollte gleichmäßig leicht feucht bleiben, darf aber nicht tropfnass sein. Zu viel Wasser kann dazu führen, dass der Stängel fault.

Der Behälter muss regelmäßig geöffnet werden, damit frische Luft hineinkommt.

Mehrere Ableger aus einem langen Trieb

Wenn eine Monstera sehr lang und kahl geworden ist, kann der Trieb in mehrere Abschnitte geteilt werden.

Auch Stammstücke ohne Blatt können neue Pflanzen bilden, solange jedes Stück einen gesunden Knoten besitzt. Diese Abschnitte werden häufig als Stammstecklinge bezeichnet.

Man kann sie flach auf feuchtes Moos oder lockeres Substrat legen. Der Knoten sollte dabei nach oben zeigen und Kontakt mit dem feuchten Material haben.

Diese Methode benötigt mehr Geduld als ein Steckling mit Blatt, funktioniert bei gesunden Trieben jedoch ebenfalls.

Licht und Wärme beschleunigen das Wachstum

Für eine schnelle Wurzelbildung braucht der Steckling viel helles, indirektes Licht.

An einem dunklen Standort kann die Bewurzelung deutlich länger dauern. Direkte, intensive Sonne ist jedoch ebenfalls ungünstig, da sie die Blätter verbrennen und das Wasser im Gefäß stark erwärmen kann.

Ideal sind Temperaturen zwischen ungefähr 20 und 26 Grad Celsius. Kalte Fensterbänke und Zugluft sollten vermieden werden.

Das richtige Substrat nach der Bewurzelung

Sobald der Steckling ausreichend Wurzeln gebildet hat, pflanze ich ihn in einen kleinen Topf mit Abflusslöchern.

Das Substrat sollte locker und luftdurchlässig sein. Eine geeignete Mischung besteht beispielsweise aus:

  • Zimmerpflanzenerde;
  • Perlite;
  • Pinienrinde oder Orchideensubstrat;
  • etwas Kokosfaser.

Schwere, dauerhaft nasse Erde ist für junge Monstera-Wurzeln ungeeignet.

Nach dem Einpflanzen wird die Erde leicht angegossen. In den ersten Wochen halte ich sie gleichmäßig feucht, aber niemals durchnässt.

Warum ein kleiner Topf besser ist

Ein häufiger Fehler ist, den jungen Ableger sofort in einen sehr großen Topf zu setzen.

In zu viel Erde bleibt die Feuchtigkeit lange gespeichert. Dadurch steigt das Risiko von Wurzelfäule.

Der Topf sollte nur wenig größer als das vorhandene Wurzelsystem sein. Sobald die Pflanze kräftig gewachsen ist und den Topf durchwurzelt hat, kann sie umgetopft werden.

So bildet die Mutterpflanze neue Triebe

Nach dem Abschneiden eines gesunden Kopfstecklings beginnt die Mutterpflanze häufig, aus einem ruhenden Knoten einen neuen Seitentrieb zu entwickeln.

Damit das gelingt, sollte sie anschließend hell stehen und weiterhin normal gepflegt werden.

Wichtig sind:

  • ausreichend indirektes Licht;
  • regelmäßiges, aber maßvolles Gießen;
  • eine gute Luftzirkulation;
  • Dünger während der Wachstumszeit;
  • keine dauerhaft nasse Erde.

Es kann mehrere Wochen dauern, bis ein neuer Trieb sichtbar wird.

Häufige Fehler bei der Vermehrung

Wenn der Ableger keine Wurzeln bildet oder fault, liegt es häufig an einem dieser Gründe:

  • der Steckling besitzt keinen Knoten;
  • das Wasser wird zu selten gewechselt;
  • die Schnittstelle steht zu tief im Wasser;
  • der Standort ist zu dunkel oder zu kalt;
  • das Moos oder die Erde sind dauerhaft nass;
  • die Mutterpflanze war geschwächt;
  • die Schere war nicht sauber;
  • der Steckling wurde zu früh in einen großen Topf gesetzt.

Braucht man Bewurzelungspulver?

Bei einer gesunden Monstera ist Bewurzelungspulver normalerweise nicht notwendig.

Die Pflanze bildet an ihren Knoten und Luftwurzeln meist von selbst neue Wurzeln. Gute Lichtverhältnisse, Wärme und eine gleichmäßige Feuchtigkeit sind wesentlich wichtiger.

Zu viele Zusätze oder Dünger im Wasser können die empfindlichen jungen Wurzeln sogar schädigen.

Fazit

Der entscheidende Trick für mehr Monstera-Ableger besteht darin, nicht nur einzelne Blätter abzuschneiden, sondern Stecklinge mit einem gesunden Knoten und möglichst einer Luftwurzel zu verwenden.

Mit hellem, indirektem Licht, Wärme und sauberem Wasser beginnen die ersten Wurzeln häufig schon nach wenigen Wochen zu wachsen. Aus einem langen Trieb können sogar mehrere neue Pflanzen entstehen.

So lässt sich eine große Fensterblatt-Pflanze nicht nur verjüngen, sondern auch ganz einfach vermehren und mit Freunden oder Familie teilen.

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